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Ideenfabrik Innovationen braucht das Land...

Geschrieben von Markus in Marketing & Management am 29.08.2008 um 19:26 Uhr.
Jeder braucht Innovationen und alle suchen, wo es nur geht, danach. In nahezu allen Branchen ist man immer auf neue Einfälle angewiesen, um die potentiellen Kunden bei Laune zu halten. Diese abgedroschenen "aus alt mach neu"-Aktionen bringen nur selten ein wirklich befriedigendes Ergebnis, da die Wirkung des "Neuen" sehr schnell verpufft, wenn die ersten "Konsumopfer" merken, dass sie nur alte Kamellen aufgetischt bekommen.

Also ist man wieder auf der Suche nach etwas wirklich Neuem. Man geht mit offenen Augen durch den Tag, lässt seiner Kreativität freien Lauf und lässt sich selbst von den belanglosesten Dingen inspirieren. Irgendwann fragt man sich, wie man Ideen für Innovationen bekommen kann, wenn sie einem denn nicht zu fallen. Man konzentriert sich von nun an also nur noch darauf, wie man Ideen systematisch entwickeln kann, um irgendwann die Innovation schlechthin zu haben, die zu Ruhm und Anerkennung führt.

Ganz außer Acht lässt man dabei aber die Frage, ob man eine Idee für eine Innovation erkennt, wenn sie einem nicht unbedingt auf dem Tablett serviert wird. Sowas kann unter Umständen dazu führen, dass man eine Innovation nicht erkennt, obwohl man bereits seit geraumer Zeit auf ihr läuft.

Nehmen wir als Beispiel ein Autohaus einer ganz beliebigen Automarke am Rande einer kleinen Stadt. Aufgrund einer sowieso sehr hohen Autohausdichte in der Region läuft das Geschäft nicht sonderlich gut. Eh sich die Besitzer ganz und gar prostituieren, überlegen sie nicht eine ganz neue Schiene der Werbung einzuschlagen. Neu muss sie sein, und wenig verbreitet - zumindestens in der näheren Umgebung. Eine Idee muss also her.

Läuft man nun mit offenen Augen und bereit für eine Idee durch das Autohaus, so fällt in erster Linie die Vielzahl der Autos auf, die ja - neben der Werkstatt - das Kerngeschäft des Autohauses bilden. Den Umsatz der Werkstatt zu steigern sollte nicht das Problem sein, hier ist es mit "nem Reifenwechsel für 40 statt 60 Euro" schon getan, um den ein oder anderen Kunden mehr in der Tasche zu haben. Konzentrieren wir uns also darauf, dass wir neue oder gebrauchte Wagen verkaufen wollen, da die Marge hier zu gering ist, um den Betrieb mit zwei Verkäufen pro Jahr auf den Beinen zu halten.

Bevor eine Idee blindlinks angenommen wird, weil sie erstmal neu und somit auch erfolgsversprechend wirkt, muss man sich einiger Dinge bewusst werden. Als erstes sollte die Frage im Raum stehen, warum noch keiner der Konkurrenten auf diese Idee gekommen ist oder sie sogar umgesetzt hat. Hier ist es an der Zeit alle Risiken nocheinmal genaustens unter die Lupe zu nehmen. Die Idee einfach abzulehnen, weil sie vielleicht nicht das Kerngeschäft wiederspiegelt oder deren Umsetzung zu aufwändig wird, ist auch nicht der richtige Schritt.

Wie bringen wir aber ein Auto an den Mann oder die Frau? Die meisten Leute haben bereits ein Auto oder gar zwei, warum also noch eins? Vielleicht wächst der Sohnemann gerade heran und braucht in absehbarer Zeit ein Auto, um seine 14 Kilometer entfernte Berufsschule zu erreichen. Das ist zumindest ein Ansatz, denn gerade über die Kinder erreicht man neue Kunden.

Sieht man nun die beiden Tatsachen, dass man im eigenen Laden fünf ungenutzte staubfangende Wagen stehen hat und der 16 jährige Sohn eines potentiellen Interessenten in zwei Jahren einen Wagen braucht, so bedarf es nur ein wenig Kombinationsgeschick.

Warum veranstaltet man nicht also einfach ein Fahrsicherheitstraining für Jugendliche auf dem eigenen Gelände - für einen Obolus natürlich - mit den ohnehin anwesenden und sonst nicht benutzten Autos? Der 16 jährige wird so schonmal emotional an das Geschäft gebunden, denn so ein an den Nerven kitzelndes Fahrtraining hat man nicht alle Tage.

Das Parken von billigen gebrauchten, aber auch neuen Wagen in Sichtweite vom Fahrgelände ist eine gute Möglichkeit, um Kunden zu gewinnen. Der Vater kann, während der Sohn seine Runden dreht, gleich den Wagen für den Sprössling aussuchen und darüber hinaus auch sich selbst gleich noch einen Neuen ins Visier nehmen. Denn wenn der Sohnemann ersteinmal davon schwärmt, wie toll sich die "Kiste" hat fahren lassen, ist auch der Kauf der nächsten Familienkutsche nicht mehr weit entfernt.

Auf lange Sicht hat man so im besten Fall also gleich zwei Kunden gewonnen, mit den Mitteln, die dem Betrieb sowieso zur Verfügung gestanden haben.

Wie erfahren die noch nichts ahnenden Neukunden überhaupt von einer derartigen Aktion? Die Werbemaßnahmen können verschiedenste Techniken nutzen, um zum gewünschten Erfolg zu führen. An dieser Stelle möchte ich nur die Werbung durch Provokation erwähnen, etwa wie die Todesanzeigen-Plakate als Kampagne gegen Autobahn-Raser vom BMVBS.

So schnell kommt man zu Innovationen, wenn man sich nur die Dinge genau anschaut, die man tagtäglich vor Augen hat.
Trackbacks:
Ideenfabrik Unbeachtetes Gold und verschenktes Geld vom 07.10.2008 um 12:26 Uhr
Ideenfabrik Mit Provokation zur Idee vom 30.08.2008 um 21:54 Uhr

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